Startseite
  Archiv
  Zitate
  Songs
  Subway - Texte
  ASP - Texte
  Gedichte
  Sprüche
  Glück
  Me
  Männer (nicht böse sein)^^
  Gästebuch
  Kontakt
 



  Links
   Marc
   Mercy
   Svana
   Keks
   Philipp
   Simon
   The
   Der Spiegel
   Tina
   Steffi und Lena
   Sohiel
   Michi
   Lisa
   Laura
   Kre-lo
   Katha
   Jenny



The show must go on.


http://myblog.de/thinkinggirl

Gratis bloggen bei
myblog.de





Johann Wolfgang von Goethe
Willkommen und Abschied
(Spätere Fassung, ~1785)

Es schlug mein Herz, geschwind, zu Pferde!
Es war getan fast eh gedacht.
Der Abend wiegte schon die Erde,
Und an den Bergen hing die Nacht;
Schon stand im Nebelkleid die Eiche
Ein aufgetürmter Riese, da,
Wo Finsternis aus dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Augen sah.

Der Mond von einem Wolkenhügel
Sah kläglich aus dem Duft hervor,
Die Winde schwangen leise Flügel,
Umsausten schauerlich mein Ohr;
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
Doch frisch und fröhlich war mein Mut:
In meinen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Glut!

Dich sah ich, und die milde Freude
Floß von dem süßen Blick auf mich;
Ganz war mein Herz an deiner Seite
Und jeder Atemzug für dich.
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
Umgab das liebliche Gesicht,
Und Zärtlichkeit für mich - ihr Götter!
Ich hofft es, ich verdient es nicht!


Doch ach, schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz:
In deinen Küssen welche Wonne!
In deinem Auge welcher Schmerz!
Ich ging, du standst und sahst zur Erden
Und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!



Hans Magnus Enzensberger
Warnlied


die narbe auf meiner stirn
entzifferst du nicht
deine hand ist zart:
ich wohne im dickicht.

Zu spät

meine rinde wird
dir die lippen zerreißen.
ich führe dich
an ein salziges wasser.

Zu früh

geh zu den tauben zurück,
iß von einem tisch
ohne flecken,
sei klug.

Zu spät

der blitz schlägt dir
den pelz von der schulter,
der regen wäscht
dir das lied aus der brust.

Zu früh

der kies wird deine
seufzer hören,
wenn ich dich liebe,
wenn ich dich liebe.

Zu spät



Gefunden
Johann Wolfgang von Goethe

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Ich grub's mit allen
Den Würzlein aus.
Zum Garten trug ich's
Am hübschen Haus.

Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung